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"Engel - unsichtbare Helfer stillen Sehnsüchte und Hoffnungen": II

Aktualisiert: 10. Okt. 2023


Will ich abends schlafen gehn

vierzehn Engel um mich stehn

zwei zu meiner Rechten

zwei zu meiner Linken

zwei zu meinen Häupten

zwei zu meinen Füßen

zwei, die mich decken

zwei, die mich wecken

zwei, die mich führen

ins himmlische Paradies

Amen Aus (E. Hänsel und Gretel, v. E Humperdink, 1893 Monika Kuske


Im ersten Teil haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was es mit der Faszination an den Engeln auf sich hat, und wie es überhaupt zur Vorstellung, es gebe eine Zwischenwelt mit Geistwesen aller Art kam. Wir alle haben bestimmte Auffassungen bezüglich der Engel, wie sie aussehen, was sie sind usw. Jedenfalls tauchen sie in zahlreichen Mythen und Legenden fast aller Religionen auf. Demnach müssen Engel eine Bedeutung für uns Menschen haben. Laut Drewermann sind alle Engel....


1. Einführung Christoph: Monika, glaubst du an Engel?


Monika: Ja, ich habe schon viele schöne Erfahrungen gemacht. Und du?


Christoph: Ich erinnere mich an meine Kindheit, als meine Eltern mich immer zu Bett brachten und mit mir ein Engelgebet sprachen. Ich fand das damals schön, und mache es immer noch. Meiner Enkelin habe ich zur Taufe ein Armkettchen mit einem Schutzengel geschenkt.


Monika: Warum hast dich zum Seminar von Elke Fahrenheim angemeldet?


Christoph: Ich erhoffte mir mehr über der Engelglauben jenseits meines christlichen Weltbildes zur erfahren, und vielleicht auch ein paar Impulse für meine persönliche Spiritualität zu bekommen.


Monika: Meine Engelerfahrungen sollten auf emotionaler Ebene wiederbelebt werden. Ein Hauch von geflügelten Wesen sollte in Resonanz mit Gefühl und Verstand gehen.


Christoph: Ich empfand das Seminar sehr berührend und bereichernd. Vieles war neu, einiges konnte ich nicht so nachvollziehen, aber die Meditationen haben mir gutgetan, vor allem meine Wahrnehmungen im Zauberwald und am Wasserfall. Und mein Erlebnis mit den Bäumen. Wie wars bei dir? Was fandest du gut?

Monika: Ich fand das Seminar sehr berührend, besonders tiefen Emotionen aller Teilnehmer in den letzten Gesprächsrunde. Erinnerungen an meiner Erfahrungen im Religionsunterricht kamen auf.


Christoph: Also, dann lass uns mal versuchen diese Fragen mit Hilfe des Engelseminars im Haus Lichtquell in Todtmoos zu beantworten. Geleitet wurde das Seminar ""Du hast großartige lichtvolle Helfer an deine Seite - lerne sie kennen“ von Elke Fahrenheim. Für Sie sind alle Engel "....behilflich, dass wir unsere Bestimmung leben können. Aber auch in alltäglichen Situationen übermitteln sie uns wertvolle Tipps, so Elke Fahrenheim


2. Das Seminar hat viele Engelerfahrungen in einem anderen erscheinen lassen. Es erinnerte an viele Erfahrungen im Religionsunterricht. Von Monika Kuske

Das Leben vieler Kinder beginnt mit Engel-Begegnungen in Form von Ketten mit Schutzengel zur Geburt oder Taufe mit Kose-Namen „Du mein Engelchen“. Ihnen begegnen Engelfiguren in Büchern, Bildern, bei Advents-und Weihnachtsfeiern, in Liedern und Gebeten. Der Schutzengel ist oft die erste Engel-Begegnung Irgendwann werden diese niedlichen kleinen Wesen Bestandteil

ihrer Fantasiewelt. Sie reihen sich in die Welt der Feen, Elfen, Prinzen und anderer Fantasiefiguren ein, begleiten sie in allen Lebenssituationen, werden zu einem wichtigen Gegenüber, das Welt bereichert.

Die Kinderfragen nach Engel bringen Erwachsene oft in Erklärungsnot, weil es oft die eigenen unbeantworteten Fragen sind. Es ist aber eine Chance, die eigene Einstellung zu hinterfragen und den Kleinen die Antworten zu geben, die ihre Entwicklung bereichert: Engel sind Geschenke Gottes, Beweise seiner Zuwendung und Liebe für Kinder. In der Nähe eines Schutzengels fühlt sich das Kind von Gott geliebt, bewacht und beschützt.

Ich erinnere mich an eine Kindergarten-Lehrprobe zum Thema „Engel“. Unterschiedliche Bilder wurden gemalt und im Stuhlkreis besprochen. In den Gesprächen entwickelte sich eine heftige Uneinigkeit über deren Aussehen, Existenz und Bedeutung. Ein 4- jähriges Kind stand aufgeregt mit den Worten auf „Hört doch endlich auf“, es fasste mit seinen

kleinen Händen an sein Herz „Fühlt doch einfach die Engel im Herzen, dann gibt es sie wirklich. Alles, was ihr da drin fühlt, gibt es. Egal wie sie aussehen.“ Sollten wir Erwachsenen nicht öfters werden wir die Kinder?

Stille und Sprachlosigkeit, auch bei den Erzieherinnen. Vielleicht sollten wir manchmal werden wie die Kinder. Weniger erklären und mehr fühlen. Engel kann man nicht beweisen, sie sind ein Weg von vielen, die zu Gott führen können und Ausdruck seiner Liebe sein.


Der Glaube an Engel verändert sich im Laufe der Kindheit. Spätestens Im Schulalter kommen eigene Gedanken dazu: Gibt es wirklich Engel? Haben mir die Eltern etwas vorgemacht? Wissen und Glauben treten in Interaktion. Die Bedeutung der Engel kann sich verändern, die Spur dieser Wesen bleibt jedoch. Manchmal gewinnt sie wieder an Bedeutung, in Situationen, die nach

Hilfe und Schutz rufen oder im Erwachsenenalter, wenn die Kinder selbst zu Eltern werden. Die eigenen Engel-Erfahrungen werden weitergegeben. Engel bleiben eine Möglichkeit von vielen, die Liebe Gottes zu erfahren. Unsere Kinder werden uns dafür dankbar sein. Nachtrag: Eines der Nachbarkinder erzählte mir, dass es seinen Schutzengel zu den anderen Schutzengeln von Putin, Zelensʹkyj geschickt hätte. "Die sollten endlich mal miteinander reden, wenn es die Menschen schon nicht schaffen, dann wäre der Krieg schnell vorbei. Vielleicht sollten die von vielen nicht gebrauchten Engel und spirituellen Helfer endlich beauftragt werden, tätig zu werden." Bei Verstorbenen kommen Engel zu Sprache, wenn Geistliche und Grabredner beten""Engel mögen dich begleiten auf deiner Reise"

3. Meine Erfahrungen Von Christoph Grießhaber


Ein weiterer Grund, warum ich mich für das Engelseminar angemeldet hatte, lag in dem Wunsch meine Spiritualität zur vertiefen, meine Wahrnehmung und meine Gefühle zu spüren. In der NWZ v. 12.09.2023 antwortete Margot Käßmann in einem Interview auf die Frage welche Aufgabe die Kirche habe. Sie antworte ihre Aufgabe sei, " heute gemäß an Antoine de Saint-Exupéry man solle die Menschen die Sehnsucht lehren, die Sehnsucht nach Spiritualität.

„Ich denke, viele Leute haben diese Sehnsucht. Für sie ist das Leben mehr als nur Essen, Trinken und Arbeiten. Die Kirche muss sich fragen, warum viele Menschen die Antworten auf diese Sehnsucht nicht mehr in den Kirchen finden“. (1)


Sehnsucht ist das Stichwort. Das wurde auch im Seminar von Elke Fahrenheit deutlich. In einer persönlichen E-Mail schrieb sie mir „Im Grunde suchen wir Mama und Papa die hinter uns, und zu uns stehen. Wo wir Antworten bekommen und uns geführt fühlen. Wo wir nicht alleine sind“. […] . Deswegen seien Engel, Geistführer und natürlich auch Gott so beliebt". Wir sollten müssen im INNEN nach Antworten suchen, nicht im AUßEN.

Ich übersetze "Mama und Papa“ für mich mit Sehnsucht nach der männlichen UND weiblichen Seite Gottes. (Siehe Gott Weiblich: „Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröstet ich Euch". (Jes 66,13). Ein schöner und berührender Film zu diesem Thema „Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott“ (2017)


Das Seminar begann – nach einer Einführung mit anschließender Meditation zum Thema „öffne dein Herz und sei dankbar für dich selbst," – draußen auf einer Wiese mit einem Reinigungsritual.

Anschließend sollte jeder Kontakt mit Mutter Erde aufnehmen, spüren, wie uns trägt, für mich eine gefühlvolle Erfahrung. „Ich glaube an Gott den Allmächten, der Himmel und Erde erschaffen hat“. Ich spürte die Verantwortung, die wir Menschen haben die Erde zu bebauen zu bewahren (vgl. Gen 2b). Und was machen wir Menschen? Wir zerstören.

Nach Elke Fahrenheim sei die ganze Welt beseelt; es gebe Elementarwesen, Dewas, Elfen, Feen, aber auch Wesen, die uns nicht immer wohl gesonnen seien. Mir fiel es schwer, diese Vorstellungen als real zu akzeptieren. Für mich sind sie mythologische Bilder, die uns zeigen wie Gott sich uns offenbaren kann. Doch letztendlich geht es um die Erfahrung und nicht um die Deutung.

Die schönste Erfahrung war für mich die Begegnung mit der Schöpfung im Zauberwald bei Todtmoos. Ich spürte die Schönheit der Natur, das den Bach und Bäume, mit denen wir Menschen sehr viel gemeinsam haben.


Mich zog es zu dem kleinen Bach, der durch den Zauberwald fließt. Ich setzte mich ans Ufer und meditierte, dem Plätschern des Wassers lauschend. „The River is flowing…“ kam mir in den Sinn. Ich fühlte mich getröstet, berührt und gleichzeitig belebt. Ich wünschte mir in den „Fluss des Lebens“ einzutauchen, die Wellen zu spüren, die mich bis in Meer tragen.

Und gleichzeitig nahm ich den Stillpunkt wahr, wenn das Wasser den Wasserfall hinunterstützt, den Moment, als ob das Wasser quasi innehält, bevor es weiter fließ seiner Bestimmung entgegen seiner Bestimmung ins Meer - Ruhe in der Bewegung, was für ein schönes Bild.

Ich verabschiedete mich und ging weiter durch den Zauberwald, bis ich Baum „traf", zu dessen Fuß ich mich niederließ. Ich nahm Kontakt mit ihm auf, bedankte mich bei ihm für seinen Schutz und Stütze. „Ich kenne dich“, wandte ich mich an ihn, worauf ich im Innern eine Stimme vernahm. „Du kennst mich nicht, aber du kennst meine Brüder und Schwestern. Du weißt doch wir sind alle miteinander verbunden“.

Wie oft schon habe ich Bäume umarmt, auch mit meinen Schülerinnen. Ich spürte eine Verbundenheit mit allen Bäumen und den Wälder. Wir alle sind eins - INTER-BEING, wie es der vietnamesische Meister Thich Nhat Hanh bezeichnet. (2)

Wälder sind für schon immer "Kathedralen der Schöpfung" gewesen, "sacred places", wie ich sie bezeichnete. Deshalb fotografiere ich Bäume so gerne. Sie erinnern mich an meine Wurzeln in der Erde, festverankert, und gleichzeitig sehnsüchtig sich nach oben streckend um den Himmel zu streifen. Manchmal möchte ich einfach Baum sein.


Gleichzeitig spürte ich Trauer, über die Zerstörung der Wälder durch den Menschen - die Abholzung der Regenwälder im Amazonas Gebiet, die Umweltverschmutzung, das Sterben der Bäume und Wälder durch immer verheerend werdende Waldbrände auf der ganzen Welt.

Das Seminar beendete ein Heilabend mit Erzengel Gabriel und der Öffnung des Herzen für die Liebe. Wir sollen die Liebe aus unserem geöffneten Herzen bedingungslos fließen lassen zu der jeweiligen Person, die in der Mitte saß, untermalt vom Lied God is Love von Vendanta, oder Deus Caritas Est (Benedikt XVI) Wir waren alle tief berührt und ergriffen von dieser heilenden Erfahrung. Was für eine schöner Abschluss des Seminar. Diese Liebe hat für mich vier Seiten - die Liebe zu den Mitmenschen, die Liebe zur Natur und der Mitwelt, die Liebe zum göttlichen Prinzip und die Liebe zu mir selbst.


Liebe Elke, herzlichen Dank für diese wundervolle und beeindruckende Woche.

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Anmerkungen

1. NB: Margot Käßmann hält wie viele andere die Waffenlieferung an die Ukraine für fatal, vor allem die Lieferung von Streubomben. Siehe dazu "Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten....

"Mit Blick auf unsere Geschichte finde ich es fatal, dass deutsche Panzer gegen Russen eingesetzt werden. Aber mir geht es vor allem um die Eskalationsspirale und um die Auswirkungen, die die massiven Waffenlieferungen auch auf das Leben in Deutschland haben. Das kriegen wir alle gerade zu spüren. Die Inflation bei Lebensmitteln liegt bei 22 Prozent. Das trifft vor allem Familien und die Ärmsten in unserem Land besonders hart. Immer mehr Menschen müssen zu den Lebensmittelausgaben der Tafeln gehen. Und als Großmutter halte ich es mit Blick auf die Zukunft der Kinder für einen völlig falschen Ansatz, 100 Milliarden Euro in Rüstung zu investieren, aber nicht in der Lage zu sein, die Kindergrundsicherung zu finanzieren. (zit. n der NWZ vom 12.09.2023, abgerufen am 12.09.23 um 10:25 Uhr. https://epaper.swp.de/webreader-v3/index.html#/731580/4-5 2. Zum Thema Achtsamkeit und Inter-Sein, siehe Deutschlandfunk Nova, abgerufen am 12.09.2023 um 13.30.





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