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"Wer den Frieden will, muss den Frieden wollen" (F. Alt) Nahostkonflikt I

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Seit fast zwei Jahren bombardieren uns die Medien mit immer schrecklichen Bildern von Krieg und Zerstörung – zuerst der Überfall Russlands auf die Ukraine am 14. Februar 2022, seit dem 7. Oktober 2023 über den Terrorangriff der Hamas auf Israel. (Artikel auf FAZNET.de). Wir können Frieden schaffen, nicht mit Waffen, sondern wir müssen den Frieden auch wollen, so Franz Alt.


Was den Krieg in der Ukraine betrifft wenden sich immer mehr Menschen weitere Waffenlieferungen. Der Philosoph Claus Eurich (ww.interbeing.de, Eugen Drewermann und Martin Wehrle haben das in ihren Videos und Podcast immer wieder kritisiert.

Vor allem Eugen Drewermann erinnert immer wieder die Verantwortung des Westen, besonders der Nato, die Russland seit dem Ende des kalten Krieges durch die Ostererweiterung Russland zunehmend in die Enge trieb. Er, und mti der Claus Eurich, der Dalai Lama und Thich Nhat Hanh erinnerten dabei an die verpassten Chancen - nach dem Mauerfall und nach Amerikas Trauma vom 11. September 2001 und die den 2. Irak-Krieg und dem 20jährigen Krieg gegen Afghanistan. {S. die Beiträge zum Krieg in der Ukraine]

Der Journalist Franz Alt, der in den 80iger Jahre für eine Politik mit der Bergpredigt stark gemacht hatte, angesichts der Bedrohung durch Atomwaffen auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs verteidigt das "Manifest für den Frieden" in der Sendung Maischberger".

Vor ca. 10 Monaten hatte Franz Alt u.a. von der Feindesliebe gesprochen. Für ihn sei sie der Aufruf den anderen zu sehen. Er erinnerte in einem mit BILD mit dem Titel "Krieg ist nie die Lösung, Krieg ist immer eine Krankheit" u.a. an die Aussagen von Helmut Schmidt und Helmut Kohl, die er zitiert. "Die Nato, wir der Westen haben die Sicherheitsinteressen Russlands viel zu wenig beachtet". [Siehe dazu meine Beiträge]


Nun brennt es auch im Nahen Osten, als am 7.Oktober 2023 Terroristen der Hamas Israel überfiel und hunderte Menschen, vor allem auch Kinder und Jugendliche, töteten. Hunderte wurden als Geiseln genommen. Gleichzeitig scheinen die kriegerischen Auseinandersetzzunge im Nahen Osten die Berichterstattung der Medien über den Krieg in der Ukraine in den Hintergrund getreten zu sein. Bilder von verzweifelten Familien, die um die getöteten Familienmitglieder trauern und um das Leben der Geiseln fürchten, das Leid der Menschen im Gaza-Streifen, die ums Überleben kämpfen. Leider auf beiden Seiten der Grenze, wobei es der Hamas kaum um den Schutz der Zivilbevölkerung geht. Je mehr schreckliche Bilder um die Welt gegen, desto größer der Hass auf Israel. Es ist auch ein Krieg der Bilder, wie so oft.


Dabei werden die Bilder vor allem als psychologische Kriegführung benutzt. Wie Medien berichteten gehe es den Terroristen gar nicht nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung, sondern die Bilder der Zerstörung, des Leids und der Hoffnungslosigkeit der Menschen im Gaza benutzt die Hamas um noch mehr in der Welt auf die Juden zu schüren.

Auf beide Seiten leiden und sterben Menschen, Soldaten und Zivilisten - in der Ukraine wie auch in Israel und in Gaza. Seit Wochen bombardiert Israel den Norden des Ganz-Streifens. Die Bodenoffensive hat begonnen. Soll die Hams endgültig vernichtet werden oder hat die Rettung der Geiseln oberste Priorität? Das ist das Dilemma, dem sich Netanjahu und seine Führung ausgesetzt sieht. Paul Middelhoff berichtet in seinem Artikel "Heimholen oder aufgeben? in DIE ZEIT vom. 26. Oktober Im Gegensatz zu früheren Konflikten scheint Israel gegenüber einem äußeren Feind gespalten zu sein, denn "....hinter Israel liegt ein Jahr massiver Proteste gegen die Pläne der Regierung zum Umbau der Justiz. [....] Die Regierung gilt weiten Teilen der Bevölkerung als autoritärer Selbstbedienungsladen". Die Wut über Netanjahu und seine Minister sei in Hass umgeschlagen.


Die Bilder des Krieges sind entsetzlich, lassen einen hilflos und ratlos zurück. Was kann man überhaupt noch tun? Kann angesichts des seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten, aufgestauten Hass auf die Juden und ihren Staat Israel überhaupt noch auf Frieden hoffen?

Der Westen, die UNO, Politiker sprechen vom Recht auf Selbstverteidigung. Dennis Schmidt schreibt in seinem Das Recht auf Selbstverteidigung hat Grenzen in DIE ZEIT vom 19. Mai 2021. Allerdings gebe es Regeln für den Krieg und im Krieg. "Dass Israel sich gegen Angriffe auf seine Bevölkerung militärisch zur Wehr setzen darf, steht außer Frage. Dennoch kann das aktuelle Vorgehen Israels im Gazastreifen nicht als "gerecht" bewertet werden". Wenn die Hamas Raketen auf israelische Städte abfeuern, habe das nicht mit Schutz der Zivilbevölkerung zu tun. Aber das gebe Israel nicht das Recht, mit aller Gewalt im Gazastreifen vorzugehen. "Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und militärischer Notwendigkeit müssen das oberste Gebot der israelischen Armee sein. Zivile Opfer sind um jeden Preis zu vermeiden", so der Autor. Ebenso sagte der amerikanische Außenminister Blinken, dass Israel jedes Recht habe sich gegen die Terrorangriffe der Hamas zu wehren. "Es muss es auf eine Weise tun, die gemeinsame Werte bejaht, die wir mit Blick auf menschliches Leben und menschliche Würde haben; und es müssen alle möglichen Vorkehrungen getroffen werden, um die Schädigung von Zivilisten zu vermeiden." [Zit. in: Joe Biden warnt Israel vor erneuter Besetzung des Gazastreifens, DIE ZEIT vom 16. Oktober 2023].


Nur Gewaltlosigkeit kann jetzt den Frieden retten

Aber wie lässt sich langfristig dieser seit Jahrzehnten endgültig lösen? Angesichts der Eskalation herrscht weitergehend Ratlosigkeit. Zu dieser Frage hat Eugen Drewermann einen bemerkenswerten Beitrag auf Youtube veröffentlicht.

Erinnert er an die Wurzeln unseres Glauben ,den Juden Jesus aus dem Dorf Nazareth. Wir seien Juden geworden durch den Juden aus Nazareth. Er ist Bild des unsichtbaren Gottes, schreibt Paulus im Kolosserbrief (Kol 1,15). Jesus glaubte, dass der jüdische Gott sei, was er Abraham versprach. "Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen. [...] Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. (Gen 12,2f)


Heute wohne Israel als Staat in Palästina und berufe sich auf die Verheißung. Juden und Araber seien Kinder Gottes. (Siehe Gen 16,1-16 - Ismaels Geburt). Ismael, der Sohn von Abrahams ägyptischer Sklavin Hagar, und Isaak, beide Kinder Abrahams, müssen miteinander leben, so Drewermann. Nur zusammen können beide in dem verheißenen und gelobten Land in Besitz nehmen und in ihm leben. Im folgenden spricht Drewermann von den historischen Zusammenhängen, um den aktuellen Konflikt einzuordnen. Er zitiert dabei u.a. Ghandi, Martin Luther King u.a. Ganz besonders nennet er IJitzchak Rabin, ein General, Diplomat und zweimaliger Ministerpräsident. Als General habe begriffen, dass nicht ewig Krieg sein darf. "Frieden mit den Arabern könne nur kommen, wenn wir den Arabern eine faire Chance gäben", zitiert ihn Drewermann. 1995 wurde er dafür als Ministerpräsident von einem jüdisches Extremisten ermordet. (S. Gunkel, Ch., 2020, Gestern wachte ich in einem Albtraum auf, in: Spiegel Geschichte, abgerufen am 1. November 2023)


Um den aktuellen Konflikt Israels mit der Hamas, der Hisbollah und anderen terroristischen Organisationen einen Blick auf die Hintergründe werfen, zumindest seit der Staatsgründung am 14. Mai 1948. Um überhaupt auf eine Verständigung zu ermöglichen, ist zuallererst ein Verständnis für den Anderen zu entwickeln, im privaten wie auch im politischen Bereich, auf Augenhöhe quas. Dazu bedarf es Mut und Geduld. Denn nur so können Emotionen wie Wut, Hass, Verzweiflung und die Not der Menschen durch die Vernunft kontrolliert werden. De Verhaltensforscher Bernd Hassenstein solche Verhaltensweisen kenne man aus der Tierwelt - entweder Flucht oder Kampf, gesteuert vom Kleinhirn, manipuliert durch Feindbilder, Demagogie und dem "falschen Glauben" an eine vermeintlich gerechte Sache, durch Bilder, Fake News und andere Instrumente der sozialen Medien.


Weitere Informationen:

Daniel, I., Den Nahostkonflikt verstehen, ZEIT Online v. 30 Oktober 2023.

Kohrs, C., Hetzel, R., Chronologie eines schier endlosen Konflikts, SZ v. 11. Mai 2021.

Geschichte Palästinas, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Geschichte des Nahostkonflikts, Bundeszentrale für politische Bildung.

Judenhass, älter als der Holocaust, in taz vom 1. November 2023 Schulze, Ch., 2023, Israel und Palästina: Der ungelöste Nahost-Konflikt, mdr v. 13. Oktober 2023, abgerufen am 01. November 2023 um 10: 10 Uhr.


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