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“Hell is free, and all they are here! (The Tempest) - Zum Ukraine Krieg III/1

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Das Zitat im Titel ist entnommen aus William Shakespeares letztem Stück The Tempest . Er beschreibt den aktuellen Zustand der Welt im Jahr 2023 ziemlich genau. Nach den schrecklichen Weltkriegen im 20. Jahrhundert scheint die Welt erneut aus den Fugen geraten zu sein. Auch das 21. Jahrhundert steht während der letzten 23 Jahre wieder im Zeichen des Krieges - der Krieg gegen Saddam Hussain und den Irak, seit Jahren Krieg in Syrien, der Krieg gegen die Taliban in Afghanistan, auch unter deutscher Beteiligung. Neben der russischen Invasion der Ukraine brechen alte Konflikte wieder auf - Aserbeidschan gegen die armenische Republik Bergkarabach, erst kürzlich beendet mit einer Niederlage, der ausgebrochene Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo aus dem Balkan, nicht zu vergessen weitere Konflikte in Asien zwischen China und Tibet, in Afrika usw. (Fußnote 1)


Hermann Hesse hatte sehr treffend in seinem Gedicht Leb wohl, Frau Welt formuliert.

Es liegt die Welt in Scherben

Einst liebten wir sie sehr,

Nun hat für uns das Sterben

Nicht viele Schrecken mehr.....


Nach dem Ende des Kalten Kriegs durch den Mauerfall und der Auflösung der Sowjetunion hatte man die Hoffnung auf eine neue, friedlichere Weltordnung. Nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahre 2015, und dem Ukrainekrieg, als Putin am 24. Februar 2021 die Ukraine überfallen hat, scheint diese Hoffnung Frieden eine Illusion zu sein. Erneut dreht sich die Rüstungsspirale. „Der viertgrößte Waffenexporteur der Welt liefert Tötungsmaschinen aller Heeresgattungen in ein auf barbarische Weise überfallenes Land, das sich gegen den Aggressor verteidigt, so Claus Eurich am 19. Februar 2023. Es gehe um das Recht auf Selbstverteidigung. Man sei moralisch im Recht. Waffen können Menschen schützen, wie z.B. durch die Marschflugkörper Taurus, deren Lieferung Selenskj fordert. Und er will noch mehr, laut Faznet vom 29.09.2023. Zudem habe die Ukraine die Aufnahme in die Nato verdient.

Der aktuelle Film Oppenheimer um den Vater de Atombombe hat genauso dieses Thema zum Inhalt (Verweis auf Beitrag dazu): Doch der Preis sei zu hoch, so Eurich. Der Westen verstoße gegen das eigene Wertesystem, wie die Lieferung von Streubomben zeige. "Die Rechtfertigungsmetaphern sind dabei aufschlussreich. Schrittweise geht es nicht mehr nur um Verteidigung, die, wie Mahatma Gandhi gezeigt hat, auch ohne Waffengewalt möglich und erfolgreich ist, sondern nur noch ums „Besiegen und um „Rückeroberung“. Eine Situation hat sich, von dem Ausgangsimpuls eines verbrecherischen Überfalls her kommend, aufgeschaukelt, die am Rande des Kontrollverlustes beider Seiten steht. Mit wahrhaft unabsehbaren Folgen.“ (Eurich). (Sie Beitrag Wehrle. Das Leid der Bevölkerung, die vielen getöteten Soldaten auf beiden, nicht zu vergessen die Auswirkungen auf die Natur, die durch den Krieg ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird, spielen nur noch eine Nebenrolle.

Shakespeare updated


Hat Edgar, der Sohn des Duke of Cloucester in William Shakespeares King Lear, rechtmit der : „The Gods are just, and of our pleasant vices make instruments to plague us” (V,3) (Fußnote 1) Siehe Hintergrund zur Scene, machen sie unsere Laster doch um uns zu plagen. Gloucester hatte erst erkannt, mit Blindheit geschlagen, dass Edgar, der Sohn, den verstoßen hatte, sein wahrer Sohn ist, jedoch viel zu spät, wie so oft in Shakespeares Tragödien.

Die Frage „was wäre gewesen, wenn…“ ist natürlich die falsche Frage für eine Shakespeare Tragödie. In der klassischen Tragödie liegt das Unausweichliche bereits zu Beginn der Handlung fest, liegt in den Charaktereigenschaften des Protagonisten, sein sogenannter Tragic Flaw“. (Fußnote 2)


Zugegeben, in der Tragödie ist der Ausgang vorherbestimmt; das Chaos kann nur durch Leid beendet und die Ordnung wieder hergestellt werden. Das Schicksal ist unausweichlich.

Doch gilt das auch für den Ukraine-Krieg? Wenn ja, welche Schlüsse ließen sich daraus ziehen? Wieviel Blut muss noch fließen, wieviel Menschen noch sterben in diesem sinnlosen Gemetzel, auch mit Hilfe deutscher Waffen, in dem es keine Sieger gibt? Der Dalai Lama hat recht, wenn er sagt: "Aber wir legen den Fokus noch viel zu sehr auf unsere Differenzen anstatt auf das, was uns verbindet. Dabei sind wir doch alle auf dieselbe Weise geboren und sterben auf dieselbe Weise. Es ergibt wenig Sinn, mit Stolz auf Nation und Religion auf dem Friedhof zu landen“.

Das Schicksal der Ukraine kann uns nicht ungerührt lassen. Der Krieg ist brutal und er zerstört viel mehr als nur Menschenleben. Wir sollten aber auch an die tausenden getöteten Soldaten auf russischer und ukrainischer Seite denken. Wieviel Leid braucht es noch, um aus dem Chaos wieder Ordnung zu schaffen? Wie lässt sich Frieden überhaupt erreichen? Sind wir alle blind in diesen Krieg gestolpert? Hätten wir es wissen können, gar wissen sollen? Was waren denn Putins wahren Motive die Ukraine zu überfallen, was waren unsere um mit Gegengewalt, sprich die Ukraine massiv aufzurüsten, zu reagieren? Waffen schaffen keinen dauerhaften Frieden.

Leider werden diejenigen, die für Frieden sind und endlich Gespräche fordern, diplomatisch und gewaltfrei (s. unten) oft als "Russlandversteher" bezeichnet, die keine Solidarität mit der Ukraine zeigten, verunglimpft. "Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich". (Hermann Hesse)

"Versöhnung mit dem Dunkel der eigenen Seele"


Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle unsere dunklen Seiten wie Haß, Wut, Ärger Neid, Eifersucht, Angst (ist ja eine Schwäche!) usw. Wenn Menschen von dieser dunklen Seite extrem Ausleben und schwere Straftaten wie Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch begehen (Thema: Was ist der das Böse?) stellt sich natürlich die Frage nach dem Bösen? Eine Schülerin von mir hatte vor Jahren im Religionsunterricht mit die Frage gestellt: "Herr Grießhaber, gibt es böse Menschen? (Fußnote ?).

Die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh charakterisiert schwere Straftaten, die man langläufig als "böse" bezeichnet als ein Ausdruck eines menschlichen Scheiterns, eines Scheiterns an der eigenen Biographie und an seinen eigenen potentiellen Lösungsmöglichkeiten. Menschen haben ein Potential, dass sich unter bestimmten Bedingungen realisiere. Diese Eigenschaften habe sie auch, so wie jeder Mensch.

All diese Triebe des Unbewussten müssen kontrolliert, verdrängt werden, von einem Über-Ich (Freud), bis die verdrängte Trieb dann ausbrechen und wir ihnen hilflos ausgeliefert sind.

Viele Menschen sind z.B. wütend auf die Politik, und verhalten sich dementsprechend aggressiv, z.B. auf Demonstrationen. Wir kennen solche Gefühlsausbrüche oft auch im privaten oder beruflichen Umfeld, wenn wir z.B. uns ungerecht behandelt, gekränkt oder übergangen fühlen. Die wenigstens Menschen werden deshalb zum Schwerverbrecher.

Was eigentlich hinter diesen Gefühlen steckt, ist ANGST – die Angst abgehängt, nicht wahrgenommen zu werden, Angst um die eigene Existenz. Und immer sind die andere Schuld, im Kleinen wie im Großen. Die Psychologie nennt dies eine Projektion, und die führt letztlich zu Feindbildern - wir gegen die anderen. „Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.“ (Hermann Hesse) Beispiel Putin: Er behauptet er fühle sich von der Nato bedroht, die sich seit 1991 immer weiter nach Osten ausbreitet habe. Die an der östlichen Grenze zu Russland liegenden Länder fühlen sich von Russland bedroht. Gleich zu Beginn des Krieges beantragten Schweden und Finnland Mitglied der Nato zu werden. Ebenso besteht die Ukraine seit Beginn des Krieges in die Nato aufgenommen zu werden. Der Krieg jedoch ist auf schärfste zu verurteilen, angesichts der Gräueltaten, die begangen wurden und immer noch werden. Wer kann das einschätzen? Im Krieg der Propaganda und der "false news" ist es schwierig sich eine Meinung zu bilden. Ich denke, dass auf beiden Seiten Fehler gemacht worden sind.


Wie kann es gelingen der Gewalt zu entsagen und Frieden zu stiften, zwischen Menschen, Nationen, ja sogar mit der Natur im Einklang zu leben, und nicht gegen sie? Wie kann man sich einer „Ethik der Liebe“ nähern wie Gandhi, Albert Schweizer oder Martin Luther King? Wir müssen wir lernen, dass die Menschheit eine einige Familie ist. „Aber wir legen den Fokus noch viel zu sehr auf unsere Differenzen anstatt auf das, was uns verbindet. Dabei sind wir doch alle auf dieselbe Weise geboren und sterben auf dieselbe Weise. Es ergebe wenig Sinn, mit Stolz auf Nation und Religion auf dem Friedhof zu landen. (Dalai Lama)


Größe und Elend des Menschen. Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow spricht vom Wunsch des Menschen sich selbst zu verwirklichen, sich auf die Suche nach der eigenen Wahrheit zu begeben. Dieses Bedürfnis werde jedoch oft beeinträchtigt. Der Mensch ängstigt sich einmal vor den eigenen Schwäche unzulänglich zu sein. Wir müssten einsehen, dass wir fehlerhafte, schwache oder feige Menschen sind. In extremen Fällen könnte die Selbstachtung ins Gegenteil verkehren. Wir alle habe Anteile in unserer Seele, die wir nicht wahrhaben wollen. Diese negativen Eigenschaften bezeichnete C.G. Jung als den Schattenarchetypus. (Fußnote 3) Eine zweite Angst betrifft die Wahrheit über die eigene Größe, die Scheu, dass der Mensch seine Talente nicht wahrhaben will, aus Angst vor Verantwortung, z.B. durch die Neugier, in der der Schlüssel zum Wissen liegt, die zu neuer Erkenntnis und damit zum Handeln führt. Sigmund Freud hatte recht, wenn er der ehrlichen Selbsteinschätzung einen hohen Stellenwert gibt: "Mit sich selbst vollkommen ehrlich zu sein, ist die beste aller Anstrengungen, die ein Mensch machen kann." Von daher ist es notwendig, die eigenen Schwächen zu erkennen, damit hieraus die Bereitschaft und Energie zur Veränderung dieses Zustandes erwächst und somit letztendlich Kraft freigesetzt wird, die eigenen positiven Fähigkeiten zu nützen". In der Selbsterkenntnis liegt der Weg hin zur Selbstwerdung. Daher muss der Mensch sowohl das "Böse" und das "Gute" in sich integrieren. Die erste Mutprobe sei dann, so Jung, "die Begegnung die innere Begegnung mit sich selbst. "Ist man imstande, den eigenen Schatten zu sehen und das Wissen um ihn zu ertragen, ist ein kleiner Teil der Aufgabe gelöst man: (....) Der Schatten ist ein lebendiger Teil der Persönlichkeit und will darum(...) mitleben". Für die Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit müssen deshalb beide Pole erkannt und integriert werden. Dazu muss man sich der eigenen inneren Wahrheit stellen. Nur so kann Selbstverwirklichung gelingen, die mehr ist als bloßer Egoismus, sondern Raum lässt für eine wahre Erkenntnis um das eigene Wesen. Heutige Hollywood Film können uns dabei helfen, dies zu erkennen. (Fußnote 4) "Versöhnung mit dem Dunkel der eigenen Seele"

Was können wir als also tun um „Frieden zu schaffen ohne Waffen", Motto der Friedensbewegung in den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts? Auch Claus Eurich bezeichnet das Anerkennen und und die Versöhnung der dunklen Anteile der Seele als DEN WEG hin zu einer Ethik des Nicht-Verletzens, eine Ethik, die basiert auf den Lehren der ostasiatischen Religionen des Hinduismus und Buddhismus, den Einstellungen z.B. der Native Americans, im Schamanismus und im Christentum.


Ein zentrales Thema in vielen Büchern und Vorträgen ist die Liebesethik, die sich orientiere dem zentralen Gedanken einer Ethik des Nicht-Verletzens. Sie basiert auf den Einsichten fernöstlicher Religionen, vertreten durch Gandhi, Thich Nhat Hanh, den Dalai Lama, auf der Ethik Albert Schweizers - ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ und auch in vielen Religionen indigener Völker, z.B. Nord, Mittel- und Südamerika oder im Schamanismus weltweit.

Der Geist des Nicht-Verletzens hat deshalb „zuerst unseren eigenen Wunden und Verhärtungen zu tun.“ Sich der eigenen Unzulänglichkeit zu stellen, erfordere Mut. Zu schnell urteilen und kategorisieren wir die Welt in „gut“ und böse. In dieser Selbsterkenntnis liegt die Chance, Möglichkeiten von Wandlungen zu erkennen.“ Meines Erachtens würde es vielen Ländern gut stehen sich mit der Verstrickung in die eigene dunkeln Seite in der Geschichte zu stellen. (Beitrag III/2

Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit"

Was können wir tun? Indem wir folgende Haltungen einüben.


1. Gewaltlos kommunizieren; 2. Sich der Wahrheit verpflichten, (Fußnote 5). Dazu gehöre Wahrhaftigkeit, wie alle Religionen lehren. Das 9. Gebot der Cheyenne lautet: „Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit (Sei zu Dir selbst ehrlich); 3. Das richtige Höre; 4. Offenheit und Herrschaftsfreiheit; 5. Feindbilder abbauen; 6. Dialog keine Debatte; 7. Vorwürfe ertragen.

„Der Mensch wird am Du zum Ich.“


Dazu gehört auch die Begegnung mit dem ANDEREN, einem DU. Es gibt kein Ich an sich, sondern nur das Ich des Grundworts Ich-Du und das Ich des Grundworts Ich-Es. Wenn der Mensch Ich spricht, meint er eins von beiden. (…) Ich sein und Ich sprechen sind eins". (Martin Buber)

Nach Claus Eurich gehört zum Dialogprozess die Begegnung zwischen einem ICH und einem DU auf vier Ebenen. Einmal die Ebene mit der Schöpfung, Begegnung mit einem anderen Menschen sowie die Begegnung der göttlichen Welt, und zuletzt die Begegnung über die Erfahrung. (s. mein Beitrag über Engel).


In seinem Vortrag „Spiritualität und Ethik“ beschreibt drei zentrale zum Weg hin zum Geist des Nicht-Verletzens.


1: Sehnsucht:


Sie ist die stärkste Kraft, wir sehen uns nach dem Absoluten, nach Liebe und Heimat, nach angenommen sein. Diese Sehnsucht kommt nicht aus sich selbst, sondern ist Sehnsucht nach einer größeren Sehnsucht, symbolisch dargestellt im Davidsstern und im Kreuz – horizontal die Beziehung des Ich mit einem Du, und die vertikale Richtung – über die Transzendenz, die Überschreitung auf das Göttliche hin. Die Mitte ist der Schnittpunkt von Transzendenz und Immanenz, wie sich z.B. im Kreuz darstellt.

2.Die Zeit Wichtig seien drei Aspekt der Zeit.

a) Aion – abgeschlossene Epoche mit Anfang und Ende; Das Ende wird durch Jesu bestimmt, mit ihm ist neue Zeit angebrochen

b) Chronos – Ablauf der Zeit – vom Anfang (Schöpfung) bis zum Ende „aller Zeiten“.

c) Kairos – der „Heilige Moment“; „Der Augenblick ist Gottes Gewand“ (Martin Buber). Wichtig: im Kairos leben, nicht Sklave der Zeit sein.

3. Kontemplation: alles ist vereinigt, alles ist eins. Sehnsucht ist der Raum, indem sich das Göttliche uns berühren kann. Alle Trennungen fallen. Das geht nur durch das HINDURCH. In der Bhagavad Gita im 5. Gesang heißt es: „Wer ist der TAT die NICHT-TAT sieht“. Deshalb: Aktion und Kontemplation. „Wer das beherzigt, ist ein einsichtsvoller Mensch“.


Alle Religionen haben die Pflicht, die Menschen zum inneren und äußeren Frieden zu führen. Wenn wir diese Welt besser machen wollen, dann müssen wir selbst bessere Menschen werden. Einen bequemen Weg gibt es nicht. Wir müssen in unseren Feinden zunächst die Mitmenschen sehen. In der Bergpredigt Jesu nennt das »Feindesliebe«. In unserem eigenen Interesse sollten wir alles tun, damit es allen Lebewesen gut geht. "Es ist meine Überzeugung, dass die menschliche Entwicklung auf Kooperation und nicht auf Wettbewerb beruht. Das ist wissenschaftlich belegt. (Dalai Lama)

Dafür benötigen wir Geistesschulung und Herzensbildung. Die EU hat nach 1945 den richtigen Weg der Kooperation zwischen ehemaligen Feinden gewählt. So wurden aus Feinden Freunde. Das war nur möglich, weil Millionen Menschen diesen Weg bewusst gegangen sind. Die NATO könnte ihr Hauptquartier nach Moskau verlegen. (Er lacht.) Dann würden die Russen merken, ob es der Westen ernst meint mit der Freundschaft und mit der Feindesliebe. Der wirkliche Feind ist doch in uns und nicht außen. Äußere Feindschaften sind nicht dauerhaft – auch nicht die zwischen China und Tibet. Respektiert man den Feind, dann kann er eines Tages zum Freund werden. Deshalb werde ich immer an der Gewaltfreiheit festhalten. Das ist intelligente Feindesliebe, so der Dalai Lama.


Oder, um es mit Hermann Hesse zu sagen: "Die Verzweiflung schickt uns Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie uns, um neues Leben in uns zu erwecken.“

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Fußnoten

  1. Zur blutigen Geschichte, siehe Flucht aus Berg-Karabach: Armeniens Schicksal wiederholt sich. Zur aktuellen Lage des Konflikte zwischen Serben und dem Kosovo v. 30.09 u. 01.102023: Serbische Armee kommt aus drei Richtungen; Serbische Spiele ; USA fordern Serbien zur Deeskalation auf

  2. Unter dem tragic flaw versteht eine Charakterfehler oder Mangel des tragisches Helden, der letztendlich seinen Untergang besiegelt. "Such a defect can be in the form of bias, limitation, or imperfection possessed by a character that affects their actions, motives, or abilities in a hindering or ruinous way". Beispiele sind z.B. Macbeth und seine Ambitionen, Othellos Leichtgläubigkeit, Romeo and Juliet oder Hamlet. Der Held verliert aufgrund seines Charakters seine Größe oder seinen Stellenwert in der Gesellschaft. "In tragic Greek drama, a tragic hero is created as a superior character that is initially favored by fortune. It is the tragic flaw of this hero that leads to actions that result in a downfall or reversal of fortune" (Definition of Tragic Flaw, abgerufen am 02.10,2023 um 18:40 Uhr)

  3. Laut C.G. Jung existiert neben den persönlichen Unbewussten ein zweite Schicht gibt, die Jung als das "kollektive Unbewusste" bezeichnet. Ausdruck finden die Archetypen in Märchen und Mythen. (Vgl. Drewermann, S. 163-

  4. Zahlreiche Filme wie z.B. Batman – The Dark Night. Alle Guten haben ein böses Gegenüber, ein Alter-Ego. Mehr dazu in einem anderen Beitrag. Der Kontrast zwischen Bewusstsein und dem Unbewussten taucht in der Literatur meist in Form des "dunklen Bruders" als Symbol des Unbewussten auf (175). Im Film ist der Antagonist, Anti-Held und Alter Ego. Siehe dazu Campbell, J., 2011, Der Heros in tausend Gestalten; Chase, T. 2026, Joseph Campbell & The Hero's Jounrey abgerufene am. 03.10.2023 um 10:23 Uhr.

  5. In der Philosophie gibt seit langem eine Diskussion ob der Mensch von Natur "gut" oder "böse", z.B. Thomas Hobbes gegen Jean Jaques Rousseau.

  6. Die Frage nach dem Bösen bzw., ob der Mensch von Natur aus "gut" oder "böse" sein, ist ein philosophischer in Philosophie seit langer Zeit, wenn z.B. die unterschiedlichen Positionen von Thomas Hobbes und Jean Jacques Rousseau betrachtet. (siehe Beitrag)

  7. Dazu gehören u.a. die Wahrhaftigkeit, wie alle Religionen lehren. Das 2. Gebot der Cheyenne lautet: „Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit (Sei zu Dir selbst ehrlich).

Literatur

Alt, F.,/Dalai Lama, 2015, Der Apell des Dalai Lama. Ethik ist wichtig als Religion, Wals bei Salzburg

Buber, M., Schneider, J., 2021, Auf dem Schlachtfeld des Lebens, abgrufen am 03.010.23 um 08:13 Uhr https://www.yogaeasy.de/artikel/die-bhagavad-gita-auf-dem-schlachtfeld-des-lebens Drewermann, E., 1985, Tiefenpsychologie und Exegese, Band 1, Die Wahrheit der Formen. Traum Mythos, Märchen, Sage und Legenden, Freiburg

Eurich, Cl. (2000), Die Kraft der Friedfertigkeit. Gewaltlos leben. München

Eurich, Cl. 2003, Spiritualität und Ethik, Auf dem Weg zu einem Ethos des Einsseins, Stuttgart Zürich

Eurich, Cl. 2008, Spiritualität und Ethik, Mitschnitt seines Vortrags im Hospitalhof in Stuttgart

Jung, C.G,2006, 13.Aufl., Archetypen, München

Maslow, A., zit in: Wie Talente verkümmern, Wege 11/1, Größe und Elende des Menschen (Manuskript)


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